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Heute war ich mal wieder bei Ikea - ihr wisst schon, dieser kleine, unbedeutende schwedische Möbelshop. Der Grund meines Besuchs lässt sich auch ganz einfach und in wenigen Worten beschreiben: Seit einiger Zeit bin ich hier ja im Besitz einer mehrere tausend Euro kostenden Küche eben dieses Händlers. Und wie das dann immer so ist fiel mir beim (zugegebener Maßen extrem lange dauernden) Aufbau dieser Küche auf, dass noch ein zwingend benötigtes Kabel für 4,99 Euro fehlte.
Wer Ikea kennt, der weiß, dass es sich dabei im Prinzip um nichts anderes handelt als um ein Labyrinth. Man geht am einen Ende hinein, kämpft sich durch scheinbar endlose Gänge aus Sesseln, Stühlen, Tischen und Schränken, und kommt schließlich am anderen Ende wieder heraus. Zwischen diesen beiden Enden findet man im Idealfall noch den gewünschten Artikel (in meinem Fall, das besagte Kabel). Damit die Sache auch nicht zu schwierig wird, waren die Ikea-Götter so nett und haben überall auf den Fußboden lustige Pfeile aufgeklebt, denen man nur folgen muss, um auch ja heil durch die Welt der geschmackvollen Schwedigkeiten zu kommen. Trotz dieser Hilfe wird man jedoch - je nachdem, wie gut die Filiale gerade besucht ist - sicherlich 15 - 20 Minuten brauchen, um einmal quer hindurch zu wandern. Und das, wie gesagt, für 4,99 Euro kostenden Kleinkram.
Kann man den rein gar nichts machen, um diese Aktion etwas zu beschleunigen und schneller ans Ziel zu kommen? Doch, man kann, und zwar zweierlei: Zum einen können Abkürzungen ganz hilfreich sein. Abkürzugen sind eine weitere Ikea-Spezialität, die nicht durch Pfeile auf dem Boden, sondern in der Luft hängende Schilder ausgezeichnet sind. Wenn man diesen Schildern folgt ("Abkürzung zum Restaurant ->"), dann kann man seine Ikea-Durchlaufzeit stark verkleinern. Einziges Problem: Da nicht jeder Kunde den genauen Aufbau einer Ikea-Filiale vor dem geistigen Auge hat, weiß man nie so genau, ob eine zur Debatte stehende Abkürzungen einen jetzt schneller zu dem Ort führt, wo der benötigte Artikel liegt, oder ob die Abkürzung einen vielleicht sogar ganz ab eben diesem gewünschten Artikel vorbei führt. Auf jeden Fall ist man aber schneller wieder draußen - falls das das einzige Ziel ist, so wären Abkürzungen auf jeden Fall zu empfehlen.
Die andere Methode, um ein Ikea-Einrichtungshaus schneller zu durchqueren, besteht einfach darin, von den offiziell eingezeichneten Wegen abzuweichen. Da rennt man dann mal quer zwischen irgendwelchen Betten durch und klettert wenn es hart auf hart kommt auch mal über ein Sofa. Hält man dabei die Augen offen, so ist die Wahrscheinlichkeit, am benötigten Produkt vorbeizulaufen, deutlich geringer, als wenn man sich nur auf die ausgeschilderten Abkürzungen verlässt.
Vorrausgesetzt, man hat seinen gewünschten Artikel gefunden und es bis zum anderen Ende des Ladens geschafft, so trennt einen nur noch die Kasse von seinem Glück. Und die Kasse ist nochmal ein ganz eigenes Thema. Zwar gibt es in jeder Ikea-Filiale nicht nur eine davon, sondern gleich 10 oder mehr. Dennoch sind immer nur so viele davon geöffnet, dass sich davor jeweils 20 Meter lange Schlangen bilden, so dass zwischen Erreichen der Kasse und erfolgreicher Bezahlung nochmal in etwa so viel Zeit vergeht wie für die Durchquerung des Einrichtungshauses an sich. Und jetzt komme man mir nicht mit den Ikea-"Express-Kassen". Ja, die gibt es wirklich und sie unterscheiden sich von den "normalen" Kassen dadurch, dass man dort nur bis zu 15 Artikel bezahlen darf, dass man seine Artikel selber scannen muss, und dass nur die Kartenzahlung möglich ist. Meine Beobachtungen haben jedoch gezeigt, dass die Schlangen an den Express-Kassen keineswegs kürzer, und die Zahlungsgeschwindigkeit auch nicht unbedingt schneller zu sein scheint.
Das Ende der Geschichte ist dann auf jeden Fall, dass man nach 30 - 40 Minuten wieder aus dem Laden raus ist ... für ein, ich sage es nochmal, 4,99 Euro teures Kabel.
Möglicherweise sollte man aus dieser Not eine Tugend machen, sprich: Wie wäre es, wenn man einen neuen Wettbewerb erschafft, das "Ikea-Racing"? Das könnte dann, gestaffelt nach verschiedenen Schwierigkeitsstufen, in etwa wie folgt aussehen:
Level 1: Durchquere einmal auf beliebige Art und Weise ein Ikea-Einrichtungshaus.
Level 2: Durchquere beliebig ein Ikea-Einrichtungshaus und kaufe dabei eine Packung "Glimma" Teelichter.
Level 3: Durchquere ein Ikea-Einrichtungshaus, ohne die vorgegebenen Wege zu verlassen, kaufe dabei ein "Billy"-Bücherregal und baue es anschließend auf dem Parkplatz auf.
Level 4: Durchquere ein Ikea-Einrichtungshaus, kaufe ein "Malm"-Bettgestell samt "Sultan"-Matratze und -Lattenrost. Bezahle alles an der Expresskasse. Bereite Dir am Ausgang 10 Hotdogs zu und verspeise diese. Für einen Bonus baue das gekaufte Bett auf dem Parkplatz auf und übernachte dort.
Für all diese Aufgaben wird die Zeit genommen, und der Kandidat, der sie am schnellsten erledigt, gewinnt. Logisch, denn so ist das meistens, nicht wahr?
Ich würde an einem solchen Wettbewerb auf jeden Fall teilnehmen - habe heute ja, wie oben beschrieben, quasi auch schon "trainiert". Falls noch jemand Interesse hat: Einfach melden, dann können wir mal bei Ikea anfragen, ob wir sowas mal ganz offiziell durchziehen dürfen. Ansonsten machen wir es einfach inoffiziell, muss ja keiner mitkriegen. ;-)